Erinnerungsstücke loslassen ist oft eine Herausforderung - Titelbild

Warum wir emotional an Erinnerungsstücken hängen & wie du dich davon lösen kannst.

Erinnerungsstücke loslassen – eine Herausforderung… – Kennst du es, wenn dir eine Sache persönlich viel wert ist? Zum Beispiel die Kette von deiner Mutter, oder das Spielzeug aus deiner Kindheit.

Dann kennst du mit Sicherheit auch die Traurigkeit oder den Ärger, der entstehen kann, wenn du dich von dem Gegenstand trennen musst. Trennung, weil er kaputt geht, verloren geht, geklaut wird oder wegegeben werden soll.

Dieser Umstand muss dich nicht runterziehen!

Den Ballast, dich um die ganzen Gegenstände zu sorgen, sie aufzuheben etc. brauchst du nicht haben!

Erinnerungsstücke loslassen – ein typisches Beispiel

Bei mir war es die Gartenschere von meiner Oma. Meine Oma war mir immer sehr wichtig, da sie wie eine Mutter für mich war.

Die Vorstellung, sie sei nicht mehr da, war für mich eine der schlimmsten Erfahrungen, weil sie mit unendlichem Schmerz verbunden war.

Als wir nach ihrem Tod ihr Haus soweit leer räumten, nahm ich die Gartenschere mit, als Erinnerung.

Die Gartenschere erinnerte mich an sie und die tollen Erlebnisse.

Doch eines Tages ging die Schere kaputt. Doch ich konnte sie nicht wegschmeißen, sie war doch von meiner Oma…

Irgendetwas hielt mich davon ab. Es war ein Schmerz da. Etwas was in mir litt und das wollte nicht, dass ich die Schere wegwerfe.

Es war ein Abschied.

In unserem Leben dürfen wir uns andauernd von etwas verabschieden. Wir durchlaufen andauernd bestimmte Trauerphasen. So war es auch mit dieser Schere.

Ich hatte noch so viele Emotionen zu meiner Oma und ihrem plötzlichen Tod mit dieser Gartenschere verbunden. Emotionen, die ich verarbeiten durfte.

Warum hängen wir Emotionen an Gegenstände?

Es ist erstmals leichter mit unser Trauer umzugehen, wenn wir uns immer nur stückchenweise verabschieden. Deshalb hängen wir einen Teil an äußere Dinge.

So bekommen Dinge eine übermäßig hohe Bedeutung für uns. Weil wir sie mit der Person und „alles was wir noch von ihr haben“ gleichsetzen.

Oft sind Ketten, Ringe, Schmuck, Autos, Häuser, Bücher, Spielzeug, Kleidung usw. mehr als nur eine Sache. Sie sind Träger für wichtige Erinnerungen.

zeigt alte Erinnerungsstücke zum Loslassen

Auswirkungen des emotionalen Festhaltens an Gegenstände

Die Gefühle, die du erlebst, sind in dir selbst! Das Erinnerungsstück ist nur der Reiz, der diese Gefühle hervorruft.

Wenn du mit der Zeit nicht annehmen willst, dass es gar nicht um den Gegenstand, sondern um deine Erinnerung und deine Trauerverarbeitung geht, dann gibst du Verantwortung ab.

Du hast bestimmt schon von Fällen gehört, wo Ehen kaputt gehen oder sich Geschwister streiten – und warum? Weil wir Menschen tiefe Emotionen an wertvolle Gegenstände, wie Häuser und Autos legen.

Sobald es um diesen Gegenstand geht, nehmen wir Einschränkungen in Kauf.

Wir wollen bestimmte Dinge umsetzten, nur weil es ja das Haus des verstorbenen Opas ist.

Ein irrationales Verhalten, was nur auf die eigene Verarbeitung zurückzuführen ist.

Und auch wenn es nicht immer um Gegenstände mit so großem Wert geht, hast du bestimmt ein paar Dinge, die dich manchmal nicht klar denken lassen und dich emotional fesseln.

Wie kann ich Erinnerungsstücke loslassen?

Mache dir bewusst, dass du die Gefühle in dir selbst erschaffst.

Auch wenn der Gegenstand weg ist, kannst du dir die gleichen Erinnerungen und Gefühle hervorrufen. Du brauchst den Gegenstand nicht!

Es geht nicht darum, keine Wertschätzung mehr diesen Erinnerungstücken entgegen zu bringen oder eine „Egal-Haltung“ einzunehmen. Es geht nur darum sich, wenn es soweit ist, nicht von dem Gegenstand einschränken zu lassen und negative Gefühle zu bekommen. Es geht darum, dass du diese Erinnerungsstücke loslassen kannst.

alte Gegenstände abgeben - Power-Mindset

Vorgehensweise – Erinnerungsstücke loslassen

Rational wissen wir, dass es nur ein Gegenstand ist. Doch entscheiden tun unsere Emotionen!

Deshalb habe ich im Podcast eine Meditation erstellt, die dir hilft ein Erinnerungsstück emotional loszulassen. Es ist also die Lösung, die dir sofort hilft! Höre am besten in den Podcast und mache gleich mit!

Im Kern geht es darum aktiv zu trauern und dich zu verabschieden. Also lasse somit ruhig Traurigkeit und Tränen zu. Das ist ganz normal!

Ansonsten gehe folgende Schritte bewusst durch:

Gefühl der Erleichterung, wenn du Erinnerungsstücke loslässt

Bewusste Erinnerung

Erinnere dich an die Momente und Erlebnisse, die du mit dem Gegenstand verbindest. Nimm die Gefühle dazu wahr und nimm sie in dich auf.  Genieße jedes Bild, jedes Gefühl, jedes Geräusch, jeden Geruch. Nimm über jeden deiner Sinne die Erinnerungen in dich auf.

Akzeptieren

Akzeptiere, dass der Gegenstand kaputt oder verloren gegangen ist, oder du ihn weggeben solltest.

Verabschieden

Verabschiede dich von dem Erinnerungsstück. Verabschiede dich von dem, für das es steht. Sag „danke“ für die Zeit und lasse es dann langsam los – lasse es gehen.

Eine Erleichterung wird sich bei dir breit machen. Der Ballast löst sich.

Lasse Altes los, um für Neues Platz zu schaffen

Alles ist Veränderung und das ist in Ordnung! Ein Baum wirft jedes Jahr seine Blätterpracht ab. Eine Pflanze verabschiedet sich jedes Jahr von ihrer schönen Blüte, damit etwas neues entstehen kann.

So darfst auch du loslassen.

Wenn wir uns nur auf das konzentrieren, was in der Vergangenheit liegt, können wir uns nicht auf die Zukunft fokussieren und sie gestalten.

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Lasse nicht Gegenstände über dein Befinden entscheiden!

Du bestimmst über das Gewicht, was du mit dir trägst.

In der westlichen Welt können wir so dankbar sein, dass wir so viel haben. Es ist oft schon so viel, dass wir es gar nicht alles aufzählen oder gescheit verwalten können.

Deshalb tut es uns sehr gut, wenn wir immer mal wieder Altes insb. Erinnerungsstücke loslassen und weggeben.

Du kannst im Kleinen anfangen und zum Beispiel deinen Kleiderschrank aufräumen oder dich von anderen kleinen Erinnerungsstücken trennen. Du wirst schnell bemerken, dass es sich im Nachhinein befreiend anfühlt.

Alles Gute und viel Kraft dafür!

Ich hoffe, dass es dir nun leichter fällt dich von Altem zu lösen und Erinnerungsstücke loszulassen.

Was machst du, um dich von Dingen zu verabschieden?

Mehr zum Thema „Blockaden lösen“ findest du hier:

5 Kommentare
  1. Maren
    Maren sagte:

    Das Sich-von-Erinnerungen-trennen ist definitiv auch mein Problem. Ich habe vier große Erinnerungsstücke, die aus mehreren Teilen bestehen. Ich kann mich einfach nicht davon trennen, weil meine Mutter sie in Handarbeit für mich gebastelt hat als ich geboren wurde. Das sind einzigartige Sachen und obwohl ich weiß dass sie wollen würde, dass ich glücklich bin und mich davon auch ruhig trennen kann habe ich große Sorgen, dass ich es bereuen werde. Vielleicht nicht sofort aber in einigen Jahren vielleicht.

    Antworten
    • Tobias Klose
      Tobias Klose sagte:

      Liebe Maren,
      ich kann vollkommen verstehen, dass solche Erinnerungsstücke, wie du sie beschreibst einen sehr hohen Wert für dich haben. Ich hatte da ein Kuscheltier, was ich zu meiner Geburt bekommen habe.
      Doch das „Trennen“ bedeutet ja gar nicht sich von der Erinnerung zu lösen und sie wegzugeben oder zu löschen. Es bedeutet die Vorstellung, dass die Liebe deiner Mutter in diesen Gegenständen steckt, zu verändern. Denn die Liebe ist einfach so da – in der reinen Erinnerung an sie und an diese Erinnerungsstücke. Und in allem was du tust und bist. 🙂

      Antworten
  2. sonja
    sonja sagte:

    Genau das ist mein Problem: die vielen Sachen meiner verstorbenen Mutter. Der ganze Haushalt und all die Erinnerungen, die an jedem Teil kleben …mithilfe dieses Textes werde ich mich bemühen, mein Gefängnis nach und nach abzubrechen – meine Mutter ist mittlerweile schon fast 10 Jahre tot! All die Sachen geben mir das Gefühl, dass noch Lebenswelt von ihr da ist – gebe ich sie weg, breche ich mein altes Zuhause ab … Aber ich fühle mich auch sehr blockiert, alles hält mich fest.

    Antworten
    • Johanna Hensen
      Johanna Hensen sagte:

      Hallo Sonja,
      ich finde es sehr mutig, dass du mit dem Loslassen der Sachen deiner Mutter starten willst! Den ersten großen Schritt hast du damit gemacht.

      Ich denke es ist nicht nur wichtig, dass du dich Stück für Stück von den einzelnen Teilen verabschiedest, sondern dir im 2. Schritt ein eigenes neues Zuhause aufbaust. Nimm dir bewusst Zeit zu überlegen, wie du dir einen heimischen Ort schaffen kannst, der dich selbst wiederspiegelt und an dem du dich wohlfühlst. Und dann baust du diesen, nach dem Loslassen der alten Dinge, so auf, wie du es dir wünscht.

      Ich wünsche dir alles Gute, dass du es schaffst dich zu befreien von diesen Blockaden. Dass du nicht das Gefühl hast, dass dein alten Zuhause wegbricht, sondern dass du das Gefühl von einem eigenen, freien Zuhause bekommst.

      Melde dich gerne, wenn du weitere Hilfe brauchst!
      Liebe Grüße & alles Gute!
      Johanna

      Antworten
    • Johanna Hensen
      Johanna Hensen sagte:

      Nochmal hallo Sonja :),
      ich wollte dir kurz Bescheid geben, dass ich in den nächsten Tagen ein Livestream bei Instagram zu dem Thema „Erinnerungsstücke loslassen“ machen werde.
      Falls du Interesse hast, dann folge mir gerne bei Instagram und sei live dabei. Ich freue mich auf dich!
      Liebe Grüße
      Johanna

      Antworten

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